Demenz

Demenzschwerpunkt

Was tun bei Anzeichen einer Demenz? – Erste Schritte für Angehörige

Der Verdacht auf eine Demenzerkrankung ist häufig belastend und wirft viele Fragen auf. Diese Schritte helfen, frühzeitig Klarheit zu schaffen und die bestmögliche Unterstützung zu organisieren:

  • Schnelle fachärztliche Abklärung
    Bei ersten Anzeichen sollte rasch ein Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie aufgesucht werden. Eine frühe Diagnose erleichtert die Behandlung und Planung.
  • Beratung in Anspruch nehmen
    Beratungsstellen, Memory-Kliniken und Selbsthilfegruppen bieten wertvolle Informationen und Unterstützung.
  • Zusätzliche Betreuung frühzeitig einplanen
    Binden Sie früh Personen in die Betreuung ein, um Überlastung vorzubeugen und rechtzeitig Entlastung zu schaffen.
  • Sich über Pflegegeld & Unterstützungsleistungen informieren
    Klären Sie finanzielle Hilfen, Zuschüsse und Fördermöglichkeiten, um die Betreuung langfristig zu sichern.
  • Wissen aufbauen – Vorträge & Schulungen besuchen
    Ein besseres Verständnis für Demenz erleichtert den Umgang im Alltag und hilft, Reaktionen richtig einzuordnen.
  • Rechtliche Vorsorge regeln
    Informationen zu Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Erwachsenenvertretung geben Sicherheit für die Zukunft.
  • Eigene Ruhephasen einplanen
    Pausen und Erholungszeiten sind wichtig, um langfristig kraftvoll begleiten zu können.
  • Soziale Kontakte pflegen
    Austausch mit Freunden und Familie stärkt und entlastet.
  • Gefühle zulassen
    Wut, Angst, Trauer oder Schuldgefühle sind normale Reaktionen. Sprechen Sie darüber – Entlastung tut gut.Pausen und Erholungszeiten sind wichtig, um langfristig kraftvoll begleiten zu können.
  • Humor bewahren
    Ein Lächeln oder liebevoller Humor können schwierige Momente entschärfen und verbinden.

Wie kann ich einem Menschen mit Demenz helfen? – Einfühlsame Unterstützung im Alltag

Menschen mit Demenz benötigen besonders viel Verständnis, Geduld und eine Umgebung, die Sicherheit gibt. Diese Grundsätze helfen Ihnen im täglichen Umgang:

  • Würde, Respekt und Wertschätzung
    Begegnen Sie dem Erkrankten in jeder Phase mit Achtung und Verständnis – auch wenn sich Verhalten und Fähigkeiten verändern.
  • Strukturierter Alltag & Rituale
    Wiederkehrende Abläufe, fixe Tageszeiten und Rituale geben Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit.
  • Wahlmöglichkeiten bieten
    Kleine Entscheidungen fördern Selbstbestimmung und stärken das Vertrauen.
  • Selbstständigkeit so lange wie möglich unterstützen
    Helfen Sie nur dort, wo es nötig ist – jeder selbst bewältigte Schritt ist ein Erfolg.
  • Einfache, klare Kommunikation
    • langsam sprechen
    • kurze, verständliche Sätze
    • keine Diskussionen oder Korrekturen
    • positive Formulierungen
    • Augenkontakt & freundliche Zuwendung
  • Sinnvolle Beschäftigung & Aktivierung
    Aktivitäten, die Freude machen und Erfolgserlebnisse schaffen, sind besonders wertvoll:
    • Musik & Singen
    • biografische Gespräche („Erinnerungspflege“)
    • leichte Haushaltstätigkeiten
    • Brettspiele & einfache Übungen
    • regelmäßige Bewegung
    • Garten- oder Blumenpflege
    • Gedächtnistraining


Eine liebevolle, klare und wertschätzende Haltung erleichtert den Alltag und trägt wesentlich zur Lebensqualität des demenzkranken Menschen bei.